Teneriffa 2008



Mit Ilse, Maria und Ralf waren wir auf Teneriffa.
Am Samstag den 17. Mai 2008 um 11h30 flogen wir auf die Kanareninsel Teneriffa. Unser Hotel, das „Perla Teneriffa“, lag im Norden der Insel, in Puerto de la Cruz., etwas abseits vom üblichen Touristen-Rummel mit herrlichem Blick auf den (meist wolkenverhangenen) Teide - Wegen dem wir eigentlich gekommen sind.
Den Sonntag Vormittag verbrachten wir mit diversen Vorbereitungen für unsere geplanten Touren und zum organisieren eines Leihautos. Am Nachmittag besuchten wir den Loro-Park und hetzten von einer Tier-Show zur anderen.

Fotos Loro-Park

Montag, 19. Mai - Akklimatisationstour auf den 2715m hohen Guajara, eine der höchsten Erhebung des sogenannten „Caldera-Randes“.
Nach dem Frühstück fuhren wir mit Maria und Ralf im Mietauto hinauf in den Nationalpark. In der Nähe des Parador Nacional de las Canadas, am Parkplatz bei der „Fuente de la Piedra“ (Quelle), stellten wir das Auto um 11h30 ab. Das Wetter da oben war herrlich, wir waren sozusagen über den Wolken. Nachdem wir bei der dort stationierten Parkaufsicht bzw. Bergwacht unser Vorhaben gemeldet haben und eine, wenn auch ungenaue, Wanderkarte in den Händen hielten, zogen wir los.
Über sanft ansteigende Bims-Hänge folgten wir einer schmalen Spur. Allmählich wurde der Weg steiler und zog in Serpentinen einen breiten Bergrücken hinauf zu einem langen, steilen Felsabbruch. Diesen in westlicher Richtung entlang bis zu dessen Ende. Der nun grau bzw. mit Steinmandln markierte Weg führte uns in östlicher Richtung durch eine Geröllrinne und über einen Kamm-Ausläufer zum Fuße der Guajara-Nordwand. Über ein breites, aber sehr luftiges, Felsband aufsteigend, gelangten wir nach kurzer Zeit auf den Vorgipfel. Nun mussten wir noch einige größere Felsblöcke überklettern und schon standen wir nach 2 ½ Stunden Aufstieg auf dem Gipfel. Weitere 1000m über uns lockt der Gipfel des Teides. (2 Tage später waren wir oben)
Nach einer längeren Gipfelrast machten wir uns an den Abstieg. Erst gingen wir den Weg in südlicher Richtung, wobei wir aufpassen mussten, dass wir nicht noch ganz oben vom rechten Weg abkamen. Es gibt sehr bald eine Abzweigung nach links, die aber um den Gipfel herum zur Aufstiegsroute führt. Bei der ersten großen Abzweigung hielten wir uns links und stiegen über Geröllfelder talwärts. Der Weg führte uns nun in westlicher Richtung zwischen ausgetrocknete Strauchfelder und Geröll zu einer Schotterstraße, die uns wieder zum Ausgangspunkt führte. Ich freute mich schon auf ein kühles Bierchen, doch leider war das Restaurant schon geschlossen. Es war gerade 18 Uhr, das Büro der Bergwacht bzw. Parkaufsicht war auch schon geschlossen und so konnten wir uns auch nicht zurückmelden (ich hoffe die suchen nicht nach uns!).
Rechtzeitig zum Abendessen waren wir wieder in Hotel, wo Ilse schon auf uns wartete.

Fotos Guajara

Dienstag, 20. Mai
Für die Besteigung des Teides haben wir uns 2 Tage vorgenommen, denn wir wollten im Refugio de Altavista, eine Schutzhütte auf 3260m, übernachten. Außerdem schlossen wir uns einer geführten Gruppe an. Dadurch ersparten wir uns das aufwändige Besorgen der Sondergenehmigung für die Besteigung und konnten sicher sein, einen Schlafplatz in der Hütte zu haben.
Um 14 Uhr wurden wir mit einem Bus von unserem Führer und 8 weiteren Gipfelstürmer abgeholt. Ilse, Maria und Ralf waren nicht dabei.
Wieder ging es hinauf in den Nationalpark, die Strecke kannten wir schon von unserer gestrigen Fahrt. Bei einem kleinen Parkplatz, auf 2350m, -Abzweigung des Fahrweges in Richtung Teide, starteten wir den Aufstieg. Zuerst folgten wir dem gemütlich ansteigenden Fahrweg. Langsam schlängelte sich der Weg in großen Serpentinen an den Berg heran. Nach einigen Kehren sahen wir riesige, kugelförmige Lavabrocken, die sogenannten Teide-Eier.
Wir stiegen höher, bis zur Abzweigung des eigentlichen Gipfelpfades. Diesem folgten wir, es wurde steiler und wegen des „bröseligen“ Lavagesteins unangenehm zu gehen. Aber auch diese Hürde schafften wir ohne Probleme, für kurze Zeit wurde der Weg wieder etwas flacher und wir konnten (besser gesagt, ich konnte) etwas ausschnaufen. Nun waren wir schon knapp 3 Stunden unterwegs. Weiter ging es in Serpentinen über langgestreckte Lavafelder und nach etwa weiteren 40 Minuten waren wir beim Refugio de Altavista auf 3260m.
Zum Nachtmahl kochte Helmut, unser Bergführer, einen riesigen Topf Erbsensuppe mit Würstchen und dazu gab es köstlichen spanischen Rotwein – was für ein Leben! Anschließend war Bettenvergabe und da wir zeitig in der Früh aufstehen sollten, gingen wir bald schlafen.

Mittwoch, 21. Mai
Um 4h45 wurden wir unsanft aus den Träumen gerissen, dafür dampfte der Kaffee schon in den Tassen. Wieder von Helmut zubereitet. Schnell noch ein paar Bissen Brot aus unserem Lunchpaket, das wir von unserem Hotel mitbekommen haben und um 5h30 zogen wir los. Wir wollten rechtzeitig zum Sonnenaufgang auf dem Gipfel sein - was uns auch gelang.
Im Schein unserer Stirnlampen ging es über Lavaflüsse und steile Hänge aufwärts. An einer Hangverflachung konnte man zum ersten Mal die Gipfelhaube des Teides in der Morgendämmerung sehen. Wir waren 1 Stunde unterwegs und bei Bergstation von der Seilbahn. Normalerweise steht hier ein Nationalparkwächter und kontrolliert, ob auch jeder Gipfelstürmer die notwendige Genehmigung hat. Um diese Zeit dürfte er noch geschlafen haben, denn es war keiner da. Nach weiteren 30 Minuten, nun sehr steiler Aufstieg, standen wir um 7 Uhr, rechtzeitig zum Sonnenaufgang, am höchsten Punkt Spaniens, auf 3718m.
Nach einer halbstündigen Gipfelrast machten wir uns über den selben Weg an den Abstieg. Bei der Hütte hielten wir eine kurze Rast, um zu trinken und uns reichlich mit Sonnencreme zu beschmieren. 1Stunde 50 später waren wir wieder beim Ausgangspunkt, am Parkplatz.

Fotos Teide

Donnerstag, 22. Mai
Wanderung mit Maria und Ralf durch die tief eingeschnittene und von mehreren hundert Meter hohen Felswänden eingeschlossene Masca-Schlucht.
Ausgangspunkt dieser wunderschönen Wanderung ist der auf 600 Meter Höhe liegende Ort Masca. Anfangs ging es erst die Straße hinab zu einer Kapelle, dann zweigte der Weg nach links ab. Zwischen Agaven und Palmen stiegen wir zum Bachbett hinunter. Nach cirka 20 Minuten querten wir zum ersten Mal das Bachbett. Wo früher eine kleine Brücke war, musste jetzt mühsam abgeklettert werden und auf der anderen Seite wieder hinauf. In der Folge wechselt der Weg noch öfters über den Bach. Der idyllische Weg passiert einige Terrassen und wechselt wieder das Bachufer. Die Felswände rückten nun enger zusammen. Es ging hinab über glattgeschliffenen Fels zu einem kleinen Wehr, an dem links ein Wasserkanal beginnt. Unser Führer erzählte uns bei kurzen Rastpausen sehr viel über die Pflanzenwelt in der Schlucht und auch einiges über den Wasserkanal. Nach einigen hundert Metern standen wir in einem regelrechten Felsgewirr. Von allen Seiten münden kleine Schluchten ein, die Bergrücken schieben ihre steilwandigen, teilweise überhängende Felsen herein. Etwas später versperrte uns ein riesiger Felsbrocken den Weg. Der Pfad zieht nach rechts durch ein Felsentor. Wieder wechselten wir einige Male die Bachseite. Allmählich hörten wir schon das Meer rauschen, der Weg senkt sich über eine Rampe durch ein Felsentor hinab und schon konnten wir das Meer sehen. Ein schmaler Steg führt zu einen riesigen Fels im Meer, an dem die Boote anlegen. Wir hatten eine gute halbe Stunde Zeit zum Baden. Dann wurden wir mit einem Schiff abgeholt und mit gebratenem Hähnchen mit Nudeln und Getränke verwöhnt.
Auf der Fahrt wollten wir Delphine beobachten, aber sie spielten mit uns verstecken und gewannen – wir konnten leider keine sehen. Das Boot brachte uns nach Los Gigantes, wo unser Bus schon auf uns wartete. Unterwegs legten wir noch eine kleine Kaffeepause ein. Ich schwindelte, denn ich trank statt Kaffee 2 Biere.

Fotos Masca-Schlucht

Den nächsten Tag verbrachten wir mit Baden und Ausruhen. Am Samstag ging es wieder nach Hause.

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