Schottland 2007



In unserem heurigen Urlaub wollten wir eine ausgiebige Wanderung und einen schönen Berggipfel machen. So planten wir, in Schottland den West Highland Way (von Glasgow nach Fort Williams) zu gehen und anschließend den höchsten Berg von Großbritannien, den Ben Nevis (1344m) zu besteigen.
Nur wird’s manchmal anders als geplant.
Die Wanderung mussten wir nach zwei Tagen abbrechen, da Regina starke Schmerzen in den Füßen bekommen hat und ein Weitergehen unmöglich wurde. Außerdem gab es noch Probleme bei der Quartiersuche - alle Zimmer und Betten entlang unserer Tour waren besetzt.

Montag, 30. Juli – Flug nach Glasgow über London
Für die erste Nacht in Glasgow hatten wir in Wien schon ein Quartier gebucht.

Dienstag, 31. Juli - 1. Tag
In der Früh fuhren wir mit der Bahn nach Milngavie, einige Kilometer nördlich von Glasgow, dem eigentlichen Beginn unserer Wanderung.
Der Startpunkt ist bei einer ca. 2,5m hohe Steinsäule in der Fußgängerzone, auf der die schottische Distel, die auch als Emblem für den Wanderweg gilt, eingraviert ist. Unser Weg führte uns einen Bach entlang zum etwas höher liegenden „Allander Park“, einem feuchten. moorigen Gelände mit vielen Birken. Auf einem Forstweg ging es weiter entlang dem „Mugdock Wood“. Wir querten eine Straße und wanderten durch ein Feuchtgebiet und an 2 Seen vorbei bis in die Nähe der Ortschaft Carbeth. Bis hierher waren es ungefähr 7,5 km. Weiter ging es durch ein feuchtes und sumpfiges Gebiet - war aber nicht so schlimm, es hatte ja nicht geregnet. Dann vorbei an einem Berg, der sehr gut als erloschener Rest eines Vulkans zu erkennen ist, dann entlang einer ehemaligen Bahntrasse durch ein breites, flaches Tal. Der Weg führte vorbei an einer Destillerie, die seit 150 Jahren Whisky produziert und vorbei an einigen Ortschaften, bis wir nach 12,5 km in Drymen ankamen Hier begannen wir, für diese Nacht ein Quartier zu suchen. Nach längerer Bemühungen fanden wir eine sehr nette Unterkunft, B&B (Bed & Breakfast) um 62 Pfund für uns beide.
Da wir hier erfuhren, dass es sehr schwierig sein wird, entlang unserer Tour ein Quartier zu finden, baten wir unsere Wirtin um Hilfe. Das tat sie gerne, sie war aber auch nicht sehr erfolgreich. Auch sie konnte uns erst für den übernächsten Tag in Inversnaid, einer ca. 55km entfernten Ortschaft, ein Quartier reservieren. Und so machte uns unsere liebe Wirtin den Vorschlag, wir könnten am nächsten Tag nochmals bei ihr nächtigen. Die Etappe bis Rowardennan (27 km) sollten wir ohne Gepäck gehen, sie würde uns von dort mit dem Auto abholen und uns am nächsten Tag wieder dorthin bringen, um weiterzugehen. Freudig nahmen wir dieses Angebot an.

Mittwoch, 1. August - 2. Tag
Von Drymen nach Balmaha – 15 km, bis Rowardennan weitere 12 km.
Nach dem (sehr üppigen) Frühstück brachen wir, nur mit Tagesgepäck, auf. Anfangs entlang eines Forstweges, der von einem dichten Ginsterbesatz flankiert wird. Dieser Abschnitt war besonders schön, da der Ginster herrlich blühte. Auf schönen Waldwegen wanderten wir durch den Garadhban Forest. Kurz vorm Ende des Waldes war der Normalweg gesperrt und wir mussten eine sehr gut beschilderte „Umleitung“ gehen. Wieder am offiziellen Weg, ging es durch offenes Moorland Richtung Conic Hill, der von hier schon gut zu sehen war. 2 kleine Flüsse wurden überquert, dann stiegen wir endlich bergauf. Vom Conic Hill hat man eine, bei gutem Wetter, herrliche Fernsicht auf Loch Lomond, dem größten Süßwassersee Schottlands mit seinen Inseln und die umgebende Landschaft. Der Abstieg war anfangs relativ steil über offenes Gelände. Am Fuße des Berges ging es wieder in einem Wald bis in die Ortschaft Balmaha, am Ufer von Loch Lomond, wo wir Mittagsrast machten. Beim Mittagessen klagte Regina bereits, dass ihre Füße schmerzen und die Fußsohlen wie Feuer brennen.
Nach der Rast war der Weg sehr abwechslungreich: teilweise auf der Straße, dann wieder am Ufer entlang, über einige Hügel und durch kleine Wälder. Die Schmerzen in Reginas Füßen wurden immer schlimmer, so dass die Arme fast nicht mehr gehen konnten. Immer öfters machten wir eine kurze Rast, damit Reginas Füße sich etwas erholen konnten. Wir sind deshalb erst gegen 18 Uhr in Rowardennan angekommen, wo unsere Wirtin schon auf uns wartete und uns in 20 Minuten zurück nach Drymen brachte.
Beim Abendessen und bei einem Bierchen haben wir beschlossen, auf den Rest der Wanderung zu verzichten. Damit Reginas Füße sich erholen können und sie ohne Schmerzen auf den Ben Nevis, dem eigentlichen Ziel der Reise, gehen kann. Das vorbestellte Zimmer für den nächsten Tag bestellten wir ab und wir planten, am nächsten Tag nach Fort William zu reisen.

Fotos zu diesem Bericht

Donnerstag, 2. August
Unsere nette Wirtin brachte uns nach dem Frühstück zur Bushaltestelle. Schon nach ca. 30 min. kam der Bus, der uns nach Fort Williams brachte, obwohl uns eine Wartezeit von 1 1/2 Stunden „angedroht“ wurde. Dort angekommen, gingen wir gleich in die Touristeninformation. Gut 1 ½ Stunden später hatten wir endlich Zimmer für 5 Nächte ergattert. Die ersten 2 Nächte in einem nahe dem Zentrum gelegenen Hotel und für die restlichen 3 Nächte in einer Pension B&B (bed and breakfast).
Nach einem sehr verspäteten Mittagessen bummelten wir durch den Ort und besuchten am Abend eine Dudelsack-Parade. Eine Schülergruppe marschiert dort musizierend 2 mal die Woche durch den Ort und spielen am Hauptplatz ein kurzes Konzert.

Freitag, 3. August
Für heute planten wir einen Besuch in einer Whisky-Destillerie.
In Fort Williams gibt es eine. Laut Plan sind es ca. 4 km. Natürlich gingen wir zu Fuß hin, ein bisschen gehen schadet ja nicht. Nur!! Es waren keine Kilometer, wie wir dachten, sondern Meilen. War halt ein bißchen weiter. Die Führung in der Ben Nevis Destillerie war sehr interessant und die Kostproben am Ende der Führung köstlich (na ja....-Reginas Meinung). Zurück sind wir mit dem Bus, nicht weil wir nicht mehr gehen konnten, sondern weil wir zu faul waren (wir wollten Kräfte sparen für den morgigen Tag).

Samstag, 4. August - Ben Nevis
Haben zeitig gefrühstückt, da wir unser ganzes Gepäck ins neue Quartier bringen mussten. Sind mit einem Taxi hingefahren, haben unsere Sachen in der Pension deponiert und sind mit dem Taxi gleich weitergefahren – zum Ausgangspunkt für die Ben Nevis Besteigung, einige Kilometer taleinwärts bei der Jugendherberge.
Als wir nun endlich um 8h30 loszogen, fing es heftig zu regnen an. Der Weg beginnt bei der Brücke über den Fluss Nevis und führt steil aufwärts zum sogenannten Ponypfad. Dieser Pfad, der zum Gipfel führt, wurde Ende des letzten Jahrhundert angelegt und diente zur Versorgung des ehemaligen Observatorium. Der Regen hörte auf und wir folgten dem steinigen und oft mit losem Geröll bedeckten Pfad. Der Weg stieg anfangs relativ sanft an, wurde aber dann steiler und wir kamen auf einen breiten Sattel, wo der See Lochan Meall an t-Suidhe liegt. Hier ist ungefähr die Hälfte vom Aufstieg. Oberhalb des Sees zweigt ein Weg nach links ab, der durch eine Schlucht entlang eines Baches auf der anderen Seite des Berges wieder zurück nach Fort Williams führt. Wir hielten uns rechts und gelangten bald zu dem alten Ponystall. Nun begann der schwierigere Teil des Aufstieges. In vielen Haarnadelnkurven ging es hinauf bis zum Gipfelplateau, einer riesigen steinübersäten Fläche. Die letzten 800m zum Gipfel führen stellenweise dicht am Abgrund vorbei. Da es ziemlich neblig war, haben wir vom Abgrund nichts bemerkt. Der Gipfel selbst, den wir um 12 Uhr erreichten: ein Steinhaufen mit einem Vermessungspunkt, neben der Ruine des Observatoriums. Nach einigen nebligen Gipfelfotos verkrochen wir uns in der Ruine vor dem eisigen Sturm und stärkten uns mit mitgebrachten Salami-Sandwiches und Gipfel-Whisky. In 2 Stunden stiegen wir auf dem Aufstiegsweg wieder hinunter zur Jugendherberge. Sind um 15h30 dort angekommen und verpassten den Bus zurück ganz knapp. So warteten wir in einem Caffee bei Tee, Kaffee, Cola (Bier gab es keines!) und Kuchen auf den nächsten Bus, der um 16h33 abfuhr.

Fotos zur Ben Nevis Besteigung

Sonntag, 5. August
Wir wollten den höchsten britischen Berg in seiner ganzen Pracht bewundern und fuhren deshalb mit dem Bus in die Ortschaft Corpach. Man sieht zwar von hier angeblich den Ben Nevis sehr schön, nur war er leider, wie fast immer, wolkenverhangen und es regnete stark. Da wir schon hier waren, besuchten wir auch die örtliche Edelsteinausstellung. Die gewaltige Schleusenanlage „Neptune´s Staircase“ am Ende des Kaledonischen Kanals, erbaut 1822, mit 8 Schleusenkammern, die 20 Höhenmeter überwindet, war auch sehr interessant. Anschließend fuhren wir mit dem Bus zurück und schrieben im Quartier Ansichtskarten.

Montag, 6. August
Heute unternahmen wir eine Meeresrundfahrt mit einem Schiff. Die Fahrt dauerte knapp 2 Stunden. Wir sahen eine Lachszucht und bestaunten auf einer kleinen Insel Seehunde.

Dienstag, 7. August
Fahrt mit dem historischen Dampfzug „The Jacobite“ von der West Coast Railway Company Ltd, . Dieser Zug verkehrt auf der 1901 eröffneten Bahnstrecke von Fort Williams nach Maillaig. Durch wunderschöne Landschaft führt die Strecke über das berühmte Glenfinnan Viadukt mit seinen 21 Bögen. Angeblich war es damals das erste aus Beton gebaute Viadukt. Ein kurzer Aufenthalt in der Station Glenfinnan, wo wir ein Bahnmuseum besichtigen konnten. Am Bahnhofgelände sind noch 2 alte Waggons aufgestellt: das eine als Restaurant umgebaut und wer möchte, kann im 2. Waggon nächtigen. Weiter ging die Fahrt dann nach Maillaig. Eine kleine Ortschaft am Hafen mit Fährverbindung zu den nahegelegenen Insel. Unseren 1 ½ stündigen Aufenthalt verbrachten wir mit Mittagessen und einem kleinen Bummel durch den Hafen. Nach der Rückfahrt verbrachten wir einen netten letzten Abend in Fort Williams.

Fotos vom West Coast Railway

Mittwoch, 8. August
Da wir noch genügend Zeit bis zu unserer Heimreise hatten, fuhren wir für 2 Tage mit dem Bus nach Inverness, in der Nähe von Loch Ness. Und wir hatten wieder so unsere Probleme mit dem Quartier. Es war kein Zimmer für 2 Nächte verfügbar (außer in einem Hotel um 170.- Pfund pro Nacht, das war uns aber doch zu teuer). Nach langer Sucherei durch einen Mitarbeiter im Tourismusbüro bekamen wir Zimmer in zwei verschiedenen Häusern, jeweils für eine Nacht. Am Nachmittag bummelten wir durch Inverness und buchten für den nächsten Tag eine kombinierte Bus- und Schifffahrt am Loch Ness.

Donnerstag, 9. August
Gleich nach dem Frühstück packten wir wieder einmal unsere Sachen und siedelten ins neue Quartier. Anschließend marschierten wir zum Treffpunkt unseres Ausfluges. Mit einem Bus fuhren wir, entlang dem Loch Ness, bis zum Clansman Hotel zwischen Abriachan und Drumnadrochit, wo die Boote zur Tour über den Loch Ness starten. Mit dem Schiff ging es weiter am See bis zur Ruine Urquart Castle. Dort legten wir an und hatten nur 1 ½ Stunden Zeit, uns alles anzusehen. Anschließend fuhren wir nach Drumnadrochit zur Loch Ness-Ausstellung, wo in verschiedene Räumen mit Filmausschnitten, Grafiken und Animationen die geologische Entwicklung und die Geschichten von dem „Monster“ vermittelt wurde. Leider bekamen wir von den Erläuterungen nicht viel mit, weil das schottische Englisch für uns Schulenglischsprechende schwer zu verstehen ist. Der Bus brachte uns zurück nach Inverness. Am Abend besuchten wir einen „Schottischen Abend“ mit Tanz und Musikeinlagen und einer Tombola, wo wir leider nichts gewannen.

Loch Ness Fotos (ohne Nessi)

Freitag, 10. August
Heute ging die Reise nach Dufftown. Warum? Der Name hat Regina so gut gefallen! Außerdem war hier ganz leicht ein Quartier zu finden und eine Fassbinderei gibt es zu besichtigen. Nach dem Mittagessen in der Nähe von unserer Pension fuhren wir um 7.- Pfund mit einem Taxi zu der Fassbinderei, die einige Kilometer außerhalb vom Ort liegt. Die Erklärungen, auch auf gutem Deutsch, waren sehr Interessant. Wir haben sehr viel über die Fasserzeugung erfahren und von einer Galerie aus konnten wir die „Böttcher“ bei der Arbeit zusehen. Hier werden zwar die Fässer nur repariert, aber gerade das ist sehr interessant. Wir wissen jetzt, dass für die Whisky - Lagerung nur gebrauchte Fässer verwendet werden. Sie kommen zum Teil aus Spanien, wo in den Fässern „Sherry“ gelagert war und aus Amerika gebrauchte „Burbon“ Fässer. Nach der Besichtigung fuhren wir mit dem Bus zurück, die Fahrt kostete uns 6.- Pfund.

Samstag, 11. August
Heute war ein langer Reisetag! Wir brauchten fast 10 Stunden für die Fahrt nach Glasgow. 2 mal mussten wir umsteigen und ein Anschlussbus war so voll, dass wir auf den nächsten, der 1 ½ Stunden später fuhr, warten mussten. Müde von der langen Reise sind wir gegen 20h15 in Glasgow angekommen. Unser Quartier im Ibus-Hotel war Gott sei Dank schon reserviert. Am Abend gab es in der Hotelbar ein „Privatkonzert“ von irischen Dudelsack-Musikanten, die bei einem Treffen einen Preis gewonnen hatten und das ausgelassen mit Musik feierten.

Sonntag, 12. August
Nach dem Frühstück bummelten wir durch die Stadt, machten eine Stadtrundfahrt mit einem Stockautobus, kauften einige Souvenirs und suchten ein Lokal, um am Abend gut essen zu gehen. Das fanden wir auch und in diesem gemütlichen Pub verbrachten wir den letzten Abend in Schottland bei gutem Essen.

Montag, 12. August
Mit einem Taxi ließen wir uns zum Flughafen bringen und flogen über London zurück nach Wien. Großer Schreck nach der Ankunft: mein Gepäck wurde in London vergessen umzuladen! Und darin befanden sich meine Wohnungsschlüsseln. Wir mussten Reginas Mutter bitten, uns die Wohnung aufzusperren. Schon am nächsten Tag waren wir sehr erleichtert, nachdem mein Gepäck zugestellt wurde.

Zurück