CHAMONIX - Mont Blanc


16.-17. August 1994 sind wir mit den Motorräder, begleitet von meiner Schwägerin Ilse, mit Auto, die unser ganzes Gepäck transportierte, in die Schweiz nach Brigg gefahren. Nächtigung. Nächsten Tag weiter nach Täsch, wo sich Ilse einquartierte um einige Tage die schöne Landschaft genießen zu können. Wir sind am nächsten Tag mit dem Zug weiter nach Zermatt. Mit der Seilbahn zum "trockenen Steg" aufgefahren und über die Gandegg-Hütte (3029m ) weiter zum Ref. Theodulo 3317m. Nächtigung.

19. August 1994
Das Wetter hatte sich verschlechtert, bei eisiger Kälte und starkem Sturm versuchten wir dennoch, auf das Breithorn ( 4164m )zu gehen - um uns für den Mt. Blanc zu Akklimatisieren. Wir kamen aber nur bis zur Seilbahnstation "Kleinmatterhorn" ( 3884m ), denn es wurde auch immer nebeliger und die Sicht nahm immer mehr ab. So entschlossen wir uns umzukehren und auf die Theodulo-Hütte zurückzugehen.

20. August 1994
Abstieg bei herrlichem Wetter und Windstille zum "trockenen Steg", Abfahrt mit der Seilbahn nach Zermatt und mit dem Zug nach Brigg, wo wir uns mit Ilse wieder getroffen haben.

21. August 1994
Um 12h haben wir uns in "le Tour", Nähe Chamonix, mit unserer Gruppe vom Alpenverein getroffen, um gemeinsam den Mt. Blanc zu besteigen. Ilse vergnügte sich einstweilen in Chamonix und Umgebung und wir begannen unsere geplanten Touren.
Sind von Le Tour ein Stück mit der Seilbahn aufgefahren, dann zu Fuß auf 2702m zum Ref. Albert I, bei herrlichem Wetter und Hitze. Aufstieg samt Seilbahn von 13h bis 17h. 21h30 Nachtruhe.

22. August 1994
Sind um 5h aufgestanden, um 6h war Abmarsch Richtung Aig. de Tour 3644m. Leichte Gletschertour, auf den letzten 200 m noch eine Riesenspalte gequert, dann noch eine leichte Kletterei auf den Gipfel. 12h30 waren wir oben. Kurze Rast, dann Abstieg über Ref. Albert I und Charamillon-See zur Mittelstation Col de Balme und von dort mit der Seilbahm ins Tal. Camping in Chamonix.

23. und 24. August 1994 einige kleine Touren in der Umgebung bei sehr miesem Wetter gemacht, hofften auf Wetterbesserung.

25. August 1994
Nach einer, wieder einmal, verregneten Nacht haben wir um 7h45 gefrühstückt und die Zelte abgebrochen.Um 10h30 sind wir nach "Les Houches" gefahren und um 12h30 mit der Seilbahn die ersten 800Hm gemütlich zur Station Bellevue auf 1800m raufgefahren. Jetzt wurde es ernst. Zeitweise im Nebel und bei leichtem Schneefall sind wir von 12h40 bis 17h15 zum Ref. Tete Rousse 3167m aufgestiegen. Gutes Abendessen, kaltes Lager - leider hat jemand seinen Hund ins Lager mitgenommen. Da Regina jedoch allergisch auf Hunde ist, hat sie deshalb schlecht geschlafen.

26. August 1994
Um 7h gab´s Frühstück und um 8h30 sind wir zum Ref. Gouter 3817m aufgebrochen. Beim Aufstieg ist eine steinschlaggefährdete Eisrinne zu queren, man sollte wirklich nur vor Mittag diese Stelle passieren. Dann ging es mit leichter Kletterei problemlos zur Hütte, wo wir um 11h30 angekommen sind. Das Wetter war noch immer mies und es wurde auch immer stürmischer. Nach dem Mittagessen versuchten wir, dennoch den Gipfel zu erreichen, mußten aber in einer Höhe von ca. 4100m umkehren. Obwohl wir keinen Schlafplatz für uns bestellen konnten, haben wir 5 Lagerplätze für uns 7 bekommen. Es war sehr eng, jedoch besser, als im Gastraum im Sitzen zu schlafen.

27. August 1994
1h45 sind wir aufgestanden haben unsere Sachen zusammengepackt und gefrühstückt. Von 3h bis 5h früh Aufstieg zur Vallot Hütte auf 4300m, kurze Rast. Das Wetter war herrlich! Sternenklarer Himmel und relativ warm, nur etwas stürmisch. 5h30 bis 7h war Gipfelsturm. Herrlicher Sonnenaufgang um 6h15. Die letzten 200hm waren eine fürchterliche Plage (war ich ja das erste mal auf so einer Höhe!). Und dann noch der ewig lange Grat bis zum Gipfel! Aber um 7h15 hatten wir es endlich geschafft. Wir standen bei eisigem Sturm am Gipfel auf 4807m. Einige Fotos gemacht und den heißen Tee aus der Thermosflasche sehr genossen. Ca. 7h45 bis 8h30 Abstieg zur Vallot-Hütte, kurze Rast, dann weiter bis 10h15 zum Ref. Gouter. Unser restliches Gepäck in den Rucksack gepackt und von 11h15 bis 13h30 Abstieg zum Ref. Tete-Rousse. Mußten natürlich wieder diese heikle Eisrinne queren und da merkten wir erst, da es ja schon relatv spät war, wie stark Steinschlaggefähdet diese Rinne war. Im Minutentakt kamen Steine von oben auf uns zugeflogen. Doch wir sind alle heil vorbeigekommen. Kurze Rast auf der Hütte, dann ging es im Eiltempo weiter zur Seilbahnstation "Bellevue" wo wir kurz vor der letzten Abfahrt angekommen sind. Mit der Seilbahn ab ins Tal, dadurch haben wir uns weitere 800Hm Abstieg erspart. Sind ja heute genug gegangen! 1000Hm im Aufstieg und 3000sm im Abstieg!
In Chamonix haben wir kurz unseren Gipfelsieg gefeiert, uns von unserer Gruppe verabschiedet, denn die mußten nach Hause fahren. Wir blieben, da wir ja mit Ilse noch ein paar Tage hier verbringen wollten.



Fotos siehe hier:

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