Azoren 2007



Um auf den höchsten Berg von Portugal zu kommen, mussten wir auf die Azoren fliegen, wo man auch schöne Wanderungen unternehmen kann.
Nach einer Nacht in München flogen wir mit der Portugiesischen Airline, mit umsteigen in Lissabon, auf die Insel Faial. Hier mussten wir 3 Tage auf unser Gepäck warten, dass in Lissabon beim Umladen vergessen wurde. Wir waren total begeistert, denn ohne unsere Sachen konnten wir weder Baden gehen, noch die Berge erkundigen. Also gingen wir erst einmal das Notwendigste einkaufen.
Am nächsten Tag machten wir eine geführte Tour in einem Schlauchboot aufs Meer, um Wale zu beobachten, die hier auf den Azoren zu dieser Zeit ihre Jungen zur Welt bringen. Wir haben wirklich einige Wale und Delfine zu sehen bekommen, nur war es sehr schwierig, diese zu fotografieren.
Am Abend war unser Gepäck noch immer nicht da, wurde uns aber für den nächsten Tag versprochen.

Fotos von der Walfahrt



Der Tag begann wieder mit einem herrlichen Sonnenaufgang, den wir beim Frühstück genossen haben. Auf der Nachbarinsel Pico, ca. 10 km entfernt von uns, steht der gleichnamige Berg, das eigentliche Ziel unserer Reise – und ganz ohne Wolken! Und wir konnten ohne unsere Bergsachen wieder nicht hinauf! Das war wirklich sehr ärgerlich. Man weiß ja nie, wie lange das schöne Wetter hält! Jeden Tag sahen wir im Ausdruck der Wettervorhersage mehr Wolken Wir nutzten den Tag und machten eine Wanderung rund um die Caldeira, ein dichtbewachsener Vulkankrater, und entlang des schönen Tals von Flamengos.
Ein Taxi brachte uns für € 15.- zum Ausgangspunkt unserer Wanderung, einem Parkplatz unterhalb des Randes der Caldeira. Ein kurzer Tunnel führte uns auf eine Aussichtsplattform an der Innenseite des Kraters. Ungefähr 400 m tiefer ist der Kraterboden. Rund 1500 m misst der Einsturzkrater im Durchmesser. Die Wände fallen fast senkrecht ab und sind mit Zedern, Wacholder und Moosen bewachsen. Am Kesselboden konnten sich Reste des ursprünglichen Lorbeerwaldes erhalten. Der See, der sich im Krater befand, ist beim Vulkanausbruch von Capelinhos 1957/58 durch Spaltenbildung versickert.
Links vom Tunneleingang gingen wir über eine kurze Treppe zum Kraterrand. Auf ihm folgten wir einen Pfad, der bald steiler wurde, bis auf den Cabeco Gordo. Mit seinen 1043 m ist er der höchste Gipfel der Insel. Von hier hatten wir ein großartiges Panorama: zu unseren Füßen Faial, im Osten die Inseln Pico und Sao Jorge und wenn das Wetter besonders schön ist, kann man auch die Insel Graciosa sehen (wir sahen sie leider nicht). 2 ½ Stunden brauchten wir für die Umrundung des Kraters, dann standen wir wieder beim Ausgangspunkt. Nun marschierten wir teils auf Schotterstraßen, teils auf Asphalt durch das Tal von Flamengos. In einer kleinen Ortschaft machten wir Rast und stärkten uns. Dann fuhren wir per Autostopp, da wir ja für längere Wanderungen keine geeigneten Schuhe haben, die letzten 5 km zurück nach Horta.
Im Hotel erfuhren wir, das sich unser Gepäck schon am Flughafen befindet und uns in den nächsten Stunden gebracht wird. Regina besorgte noch unsere Fahrkarten für die Fähre nach Pico und wir gingen zeitig schlafen. Die Vorfreude war groß, denn morgen sollte ja „DER“ Gipfeltag werden.

Fotos von der Wanderung



Donnerstag, 6. September

Pico Besteigung


Ab 7h ein schnelles Frühstück, denn um 7h30 fuhr die Fähre. Habe nur schnell einen Kaffee getrunken, Regina einen Tee, 2 Stück Gebäck mit etwas Wurst eingepackt und wir flitzten los. Eine Minute später und das Schiff wäre ohne uns abgefahren! In Madalena ließen wir uns von einem Taxi zum Ausgangspunkt am Parkplatz beim Cabeco das Cabras, auf 1200 m bringen. Beim dortigen Kontrollposten mussten wir unsere Tour anmelden und um 8h30 konnten wir schon losmarschieren.
Mäßig steil windet sich der Pfad anfangs durch Wacholderbüschen, Thymian und Farnen. Der Geruch erinnerte uns an Korsika. Dann wurde es steiler und der Weg führte zu einem felsigen Kamm, wo die ersten Markierungspfosten zu sehen waren. Es wurde noch steiler, der steilste Teil des Aufstieges. In zahlreichen kurzen Kehren geht man auf dicken Lavaschollen. Dazwischen liegt viel poröses und lockeres Lavagestein, was das Gehen etwas beschwerlich machte (besonders beim Abstieg!). Leider zogen schon bald, früher als in den letzten Tage, Wolken auf. Sie versperrten uns den sicher grandiosen Blick nach unten. Dafür war der Gipfel wolkenlos, was uns wichtiger war. Am steilen Hang stiegen wir weiter über Fladenlava hinauf. Schließlich erreichten wir den Kraterrand mit dem Gipfel Pico Grande. Wir mußten ca. 30 m in den Krater absteigen um zu dem spitzen Gipfelkegel, den Pico Pequenh, 2351m zu gelangen. Durch eine sehr steile Rinne turnten wir in leichter Kletterei auf den Gipfel. Es war angenehm warm und überhaupt nicht windig. Wir brauchten da oben weder unsere Jacken, noch unsere Hauben und Handschuhe, was eigentlich sehr selten ist auf dem Pico. Für den Aufstieg brauchten wir 3:45. Kurze Gipfelrast, natürlich mit Gipfelschnapserl, dann begann der Abstieg über den selben Weg. Nach 2:35 waren wir wieder beim Kontrollpunkt und meldeten wir uns zurück. Der Mann bei der Kontrolle fragte uns, ob er ein Taxi für uns bestellen soll. Aber wir hatten eines für 15h30 bestellt, das pünktlich nach 20 min kam. Die Fähre um 17h45 war leider komplett ausgebucht. Mit dem hatten wir nicht gerechnet. So mussten wir auf das nächste, eingeschobene Schiff warten, das um 19h abfuhr. Und kamen dadurch viel später nach Hause, als wir dachten.

Fotos von der Pico-Besteigung



Für die nächsten 2 Tage mieteten wir ein Auto, um die Insel auf eigene Faust zu erkundigen.
Der 1. Tag war nur eine Umrundung der Insel, um einen Überblick zu bekommen. Wir sahen noch ziemliche Schäden vom letzten Erdbeben 1997.
Am 2. Tag fuhren wir gezielt zum westlichsten Teil der Insel und besichtigten den Leuchtturm, der durch den Ausbruch des Vulkan Capelinhos im Jahr 1957-58 teilweise sandig verschüttet ist. Da es sehr stürmisch war, verzichteten wir auf die Besteigung des Capelinhos, denn der feine Sand, bzw. Lava-Asche, aus dem das ganze Gebiet hier besteht, war einfach überall und besonders unangenehm in den Augen. Dafür wollten wir eine kleine Wanderung auf den Cabeco da Fonte machen. Wir fanden aber den Aufstiegsweg nicht und fuhren, den Weg suchend, über eine Schotterstasse. Und plötzlich waren wir schon oben. War einmal etwas anderes, auf einen Berg zu fahren statt zu gehen. Wunderschöne Aussicht auf die Westküste mit dem Vulkan Capelinhos.
Beim Zurückfahren besichtigten wir noch einen sehr schönen Badestrand, nur war leider kein Badewetter - ziemlich bewölkt, kühl und sogar leicht regnerisch. Am Abend gingen wir am Hafen in ein Fischrestaurant, wo wir unsere Speisen selbst am heißen Stein garen mussten (am besten schmeckte der Schwertfisch), dazu eine Flasche Rotwein, schließlich waren wir auf Urlaub.

Fotos von der Westküste



Den letzten Tag, das Wetter war wieder herrlich, verbrachten wir am Strand, wo ich mir einen fürchterlichen Sonnenbrand holte.

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